vielfältig handeln.

Steuern sparen nach dem sog. „Sylter-Modell“

Artikel publiziert am 31. Januar 2018

Die friesische Insel Sylt ist die größte unter den nordfriesischen Inseln und verläuft vor der Küstenlinie der Nordsee in nordsüdlicher Richtung.
Berühmt ist Sylt vor allem durch die touristischen Kurorte Wenningstedt, Westerland und Kampen sowie für den rund 40 Kilometer langen Weststrand.
Sylt – so hieß es kürzlich „sei das Saint-Tropez des Norden“ und so verwundert es nicht, dass recht vermögende und wohlsituierte Personen sich dort niedergelassen und ein Familienheim erworben haben.

Auf Sylt zu sein, soll alles verändern. Weite, soweit das Auge reicht. Das Gefühl von Freiheit und die vom Winde verwehten Gedanken führen die Steuergestalter manchmal zu einem recht interessanten und auch gangbaren Steuersparmodell, das derzeit unter dem sog. „Sylter-Modell“ die Geheimnisrunde macht. Und das ohne steuerliche Belastungen, wenn man „es steuerlich richtig gestaltet“.
Das Modell der sog. Güterstandsschaukel mit dem Ziel des steuerfreien Zugewinnausgleichs, ist an dieser Stelle nicht gewünscht und nicht Gegenstand dieses Steuersparmodells.

Die Konstellation kann folgende sein: Der vermögende Ehemann möchte seiner Ehepartnerin einen hohen Geldbetrag, bspw. in Höhe von 4 Mio. EUR, jedenfalls weit mehr wie 500.000 EUR, schenken und zwar möglichst ohne Steuerbelastung.
Der vermögende Ehemann ist langjähriger Eigentümer eines selbst genutzten Familienheims (Wert 4 Mio. EUR) und verfügt gleichermaßen mindestens über entsprechende Geldmittel in Höhe des Verkehrswerts der bisher selbstgenutzten Immobilie (Wert 4 Mio. EUR).

Der Praxistipp von Müller | Schorndanner: Der vermögende Ehemann überträgt das bisher langjährig, selbst genutzte Familienwohnheim im Wert von 4 Mio. EUR auf den anderen Ehepartner im Rahmen einer Schenkung, ohne Vereinbarung von Vorbehalts- und Widerrufsrechten. Aufgrund der privaten Selbstnutzung des Familienheims fällt weder Schenkungsteuer (steuerfrei nach § 13 I Nr. 4 a ErbStG), noch Einkommensteuer, noch Grunderwerbsteuer an.

Nach einiger Zeit (Stichwort: Gesamtplanrechtsprechung – gewisse Schamfrist) verkauft der bedachte Ehepartner das ebenfalls selbstgenutzte Familienwohnheim, nunmehr allerdings zum aktuellen Verkehrswert, wieder an ihren Ehemann. Auch dieser Vorgang löst bei gehöriger Gestaltung keine Steuerbelastung aus, also weder Schenkungssteuer, noch Einkommensteuer noch Grunderwerbsteuer. Damit der Einwand des Fiskus von der Gesamtplanrechtsprechung nicht Platz greift, sollte ein gehöriger und angemessener Zeitraum von mehreren Jahren zwischen Schenkung und Rückkauf liegen und das Modell nicht mehrmals ausgereizt werden.

(Quelle: GStB Newsletter 1-2018 – Autor: Dipl.-Finw. StB Christian Herold, Herten/Westf.)

In diesem Sinne „vielfältig handeln“.

Möchten Sie mehr über dieses interessante Thema erfahren, dann kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne!

(Jenö Müller)
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Steuerrecht, Dipl. Finanzwirt

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